Mehr Gemeinsames als Trennendes
Menschen christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens verbindet mehr als sie trennt. Das war eine zentrale Erkenntnis des Workshoptages, zu dem die Caritas Heidelberg-Rhein-Neckar zusammen mit der Erzdiözese Freiburg im Rahmen der Interkulturellen Woche (IKW) eingeladen hatte.
Wie verbinden die drei großen abrahamitischen Religionen Menschen miteinander? Welche Gemeinsamkeiten gibt es und worin unterscheiden sie sich? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden des Workshoptages am 1. Oktober. Der Online-Workshop wurde moderiert von Dr. Dr. Fabian Freiseis vom Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg. Nach den fachlichen Impulsen zu den drei Religionen von Islamwissenschaftler Ahmad Milad Karimi, Rabbiner Jona David Pawelczyk-Kissin und Fabian Freiseis konnten die Teilnehmenden sich in Kleingruppen austauschen und ihre Ergebnisse im Plenum vorstellen.
Dass es mehr Verbindendes als Trennendes gibt, wie die Teilnehmenden erfahren konnten, ist wohl auch in der Tatsache begründet, dass die Liebe zu Gott und zu den Menschen in den drei Religionen ein gemeinsames Fundament bildet. Dieses bietet wichtige Anknüpfungspunkte für Begegnung, Verständnis und gegenseitigen Respekt. In dem bereichernden Austausch entstand zudem die Idee, eine praxisorientierte Handreichung für unterschiedliche Altersgruppen zu entwickeln. Sie könnte sowohl pädagogische Fachkräfte als auch Menschen im Alltag dabei unterstützen, interreligiöse Begegnungen zu gestalten, Fragen aufzugreifen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Das Online-Format ermöglichte vielen Menschen im großen Verbandsgebiet des seit Januar 2026 fusionierten Caritasverbands Heidelberg-Rhein-Neckar die Teilnahme. Viele positive Rückmeldungen bestätigten den Erfolg des Formats.
Besuch der Heidelberger Synagoge zum Abschluss
Am Abend bot sich Interessierten die Gelegenheit, die Synagoge Heidelberg persönlich zu besuchen. Auf Einladung von Rabbiner Jona David Pawelczyk-Kissin erhielten sie spannende Einblicke in den jüdischen Glauben, religiöse Traditionen und Rituale. Ein besonderer Höhepunkt war die Besichtigung der Laubhütte, die zum jüdischen Fest Sukkot im Oktober gehört. Die persönlichen Begegnungen und anschaulichen Erläuterungen machten religiöse Traditionen unmittelbar erfahrbar und eröffneten neue Perspektiven.
Beim anschließenden gemütlichen Ausklang, zu dem die jüdische Gemeinde eingeladen hatte, wurde der Dialog in angenehmer Atmosphäre fortgesetzt. Dieser Rahmen bot dem Caritas-Organisationsteam um Gabriele Wurl, Elisa Schuster aus Schwetzingen, Pia Rübenacker-Back aus Wiesloch und Antonina Slobinski aus Sinsheim die Gelegenheit, allen Referenten des Tages persönlich zu danken.


